Get Messy


„Art Journaling“ – hä? 2

Art Journaling, was ist das? Einen passenden deutschen Ausdruck dafür gibt es nicht, und die Übersetzung „Kunstvolle Tagebuchführung“ klingt nicht nur sperrig, sondern geht am Thema vorbei.
Ein Art Journal ist ein Buch, dessen Seiten man kreativ bearbeitet. Zu ganz eigenen Themen oder solchen, die als „Prompts“ (= Anregungen) im Netz zu finden sind. Eine Gruppe mit tollen wöchentlichen Prompts ist beispielsweise Journal52. Ich bin später eingestiegen und bearbeite die Prompts in der Reihenfolge, die mich anlacht. Hier z.B. zum Thema „Keys“, was übersetzt nicht nur Schlüssel, sondern auch Tasten oder Tonarten bedeuten kann:

Meine Journal52-Seiten befinden sich in einem blanco-Spiralalbum, das ich noch herumliegen hatte. Ganz anders gehe ich für die etwas komplexeren Prompts der „Get Messy“-Gruppe vor. Ein altes Buch, dessen Seiten ich mit Gesso (= weiße Acrylgrundierung) grundiere und darauf die Prompts gestalte. Das sieht dann etwas rustikaler aus, weil die Schrift z.T. durchscheint. Das nennt man dann auch „altered book“, also „verändertes Buch“. Ein aktuelles Beispiel:

Manchmal überlege ich, ob ich lieber auf Deutsch oder Englisch meine Seiten gestalte. Das mache ich jeweils so, wie ich möchte, denn beim Art Journaling gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, sondern jeder kann sich frei austoben. Das gefällt mir auch so an den Gemeinschaften, die sich ums Art Journaling bilden: Wir teilen unsere Werke miteinander, geben uns Anregungen und lernen voneinander. Es gibt natürlich Kurse für bestimmte Techniken und Stile, doch im Grunde geht es rein um den Spaß am Kreieren und das Ausdrücken der eigenen Gedanken und Ideen.
Ich empfehle allen Neugierigen, die das Art Journaling ausprobieren möchten, einen Blick auf die diversen Bords bei Pinterest, z.B. unter der Suche nach „Art Journal Ideas“.