Weitblick

Gelegentlich stoße ich auf Zitate, bei denen ich sofort weiß, wie ich sie als Poster umsetzen würde. Dieses Zitat von Konrad Adenauer ist mir heute erst „begegnet“, und in Zeiten dumpfbackiger Proteste finde ich es außerordentlich treffend.himmel_horizont_fb


Wer macht mit? Pinspiration Challenge!

Meine Statistik bei Pinterest hat mich neulich fast umgehauen: Ich habe nahezu 1500 Pins auf 67 Pinwänden!

Holla, die Waldfee…

pinspirationchallengeNun steht ja mein Jahr 2015 unter dem Motto „Forward“, sprich vorwärts. Und da ich hauptsächlich kreative Pins habe, war die Idee beim Pinnen natürlich, die Dinge auszuprobieren. Daher setze ich mir jetzt zum Ziel: Wöchentlich einen Pin nachbasteln/-kochen/-backen – je nachdem , was ich mir rauspicke.

Eine „Pinspiration Challenge“, sozusagen.

 

schmelztitelHier kommt auch schon meine erste Pinspiration. Mein Söhnchen (3) liebt seine kleinen Spielzeuge, und er liebt Wasser! Eines Abends habe ich mir eine Tupperschüssel geschnappt und ca. zehn kleine Autos, Schlümpfe und Figürchen hineingelegt. Mit Wasser aufgefüllt und ab in den Gefrierschrank! Die Idee dazu hatte mir dieser Pin geliefert.
Am nächsten Tag, als unser Junior etwas unschlüssig in der Bude herum wanderte, stellte ich eine Auflaufform auf den Tisch und setzte den Knirps auf seinen Stuhl. Mit Verwunderung sah er, wie ich die Tupperschüssel aus der Gefriertruhe holte, kurz unter warmes Wasser hielt und einen bunten Klotz Eis in die Auflaufform kippte. Moment, bunt? „Mama, Traktor! Pinguin!“ – aufgeregt entdeckte mein Kleiner seine Spielzeuge. Wie könnten wir die denn aus dem Eis heraus bekommen? „Mama Föhn!“ – öhm, ja. Aber lieber nicht.

Nasensauger als PipetteEine kindgerechte Pipette besitze ich nicht, doch wollte ich den Kleinen auch nicht mit einer Einwegspritze hantieren lassen. Denn sonst wäre ich garantiert innerhalb von fünf Minuten durchnässt gewesen. Viel besser eignete sich ein „Nasensauger“ aus Gummi, mit dem man eigentlich bei kleinen Kindern den Nasenschleim absaugt. Klingt eklig, ist es auch 😉 Natürlich muss das Ding gut gewaschen und ausgekocht sein.
In eine Schüssel füllte ich warmes Wasser und demonstrierte meinem Kleinen, wie er mit dem Sauger das Wasser ansaugen und über dem Eisklotz ausleeren kann.
Es folgte eine gute Dreiviertelstunde Eis-Archäologie :).

Zwischendurch musste ich immer mal wieder das Tauwasser abgießen und das warme Wasser auffüllen, außerdem blieb der Tisch natürlich auch nicht trocken. Aber was für einen Spaß der kleine Kerl hatte! Und erstaunlich viel Geduld (normalerweise nicht seine Stärke)… „Mama, guck mal!“, hieß es immer dann, wenn ein weiteres Spielzeug frei geschmolzen war. Das erste „gerettete“ Auto durfte natürlich zugucken.

P2120565Ein eingefrorener Schlumpf sieht schon ziemlich makaber aus 😉

Bei den gefrorenen Spielzeugen war auch ein Spritztier dabei, das logischerweise in der Schüssel an die Oberfläche geschwommen wäre. Also habe ich das vor dem Einfrieren komplett mit Wasser gefüllt, was nach dem Freilegen ein zusätzlicher Gag war. Denn immer wieder musste das Tierchen dann „Pipi“, wenn wieder etwas Wasser im Inneren geschmolzen war.
Merkt man, dass unser Kind zur Zeit sehr interessiert an Ausscheidungen ist…?
P2120561Sowas wie ein Ekelgefühl hat sich bei ihm auch noch nicht entwickelt, sonst würde er nicht das Schmelzwasser aus dem Nasensauger trinken. Örks. Dreijährige sind eklig 😉

Diese Aktivität gibt es bei uns garantiert noch öfter, der Pin hat sich vollkommen gelohnt! Für unseren Zwerg ist dieses Eisschmelzen eine gute Übung in Geduld und Feinmotorik.

Mal schauen, was ich mir als nächstes vornehme.

Und Du? Machst Du bei meiner Challenge mit?


One Little Word & 12 Tags of 2015

One Little Word, kurz OLW, ist ein Wort, das man sich selbst aussucht und das ein Jahr lang zum ständigen „Begleiter“ wird. Die Idee dazu hatte die wunderbare Ali Edwards, und daraus ist in den letzten Jahren eine richtig nette Gruppe geworden, die sich mit kreativen, motivierenden und unterstützenden Beiträgen bei Facebook versammelt.
Mein Wort dieses Jahr heißt „Forward“, also so viel wie „vorwärts“ – es kann aber auch „weitergeben“ bedeuten. Im letzten Jahr hat meine Gesundheit einige Spirenzchen gemacht, noch dazu wurde meine Webseite gehackt, so dass ich mich fühlte, als würde ich auf der Stelle treten. Deshalb stelle ich 2015 für mich unter das Motto „Forward“.

timholtzpaperworldAber was sind „12 Tags“? Ein Tag (sprich täg) ist übersetzt ein Etikett/Anhänger. Bei Tim Holtz, dem irrsinnig kreativen Kopf aus Amiland, ist so ein Tag sein kleiner Leinwand-Ersatz; er kreiert auf rund einem Quadratdezimeter die abgefahrensten Kunstwerke – schau mal hier, falls Du seine Kunst noch nicht kennst. Ich hatte das Glück, ihn letztes Jahr auf der Messe Paperworld zu treffen (ich glaube, der hat den gleichen Zahnarzt wie Stefan Raab).

Aber ich schweife ab.

Die 12 Tags of 2015 sind nichts anderes als monatliche Inspirationen von Tim Holtz, die er auf seinem Blog veröffentlicht. Jeden Monat zeigt er Schritt für Schritt, wie er mit seinen Tinten, Stiften, Sprays und Zierelementen ein kleines Kunstwerk erschafft. Das hat er in den vergangenen Jahren auch schon gemacht, aber ich hab’s irgendwie nie rechtzeitig gepeilt. Diesmal bin ich von Anfang an dabei, yippieh!

Ende der langen Einleitung :)

Stempel

Kannste klicken (zum Vergrößern)

Hier kommt gleich eine kleine Bildergalerie, wie ich meinen Tag erstellt habe. Den Hintergrundstempel habe ich aus einem kaputten, unvollständigen Streifen mit Buchstabenstempelchen gemacht (den hatte ich auf einem Spielplatz gefunden. Keine Ahnung, wer sowas mit sich rumträgt und dann noch fallen lässt. Glück für mich…).


Umrisslinie auf dem Papier

Umrisslinie auf dem Papier

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Stempel auf Serviette, Umriss scheint durch

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gewollt schlampig aufgeklebt ;)




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Mit einem Distress-Tool bearbeitet

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Mit Cyan-Acrylfarbe drüber gewischt, einen Schnörkelstempel hinzugefügt

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Silbertinte (Mica Gloss) aufgetragen und verwischt mit einem …




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… „Make-up-Ei“, eigentlich zum Auftragen von Foundation gedacht. Eignet sich prima zum Basteln :D

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Ein paar Tupfer Adirondack-Tinte in „Cranberry“

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Mit blauem Glitzerstift ein Stück festes Papier angemalt




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Direkt darauf ein Stück beidseitiges Klebeband gedrückt.

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Schutzfolie abgezogen und auf eine krakelierte CD gedrückt

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Tadaaa: Ein Stück Glitzerpapier!




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Daraus zwei Pfeile geschnitten und aufgeklebt

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Weiße Buchstaben mit blauem „Giotto Turbo Glitter“-Stift angemalt

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Den „Forward“-Schriftzug aufgeklebt, mit schwarzem Fineliner umrandet …




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… & noch zwei kleine CD-Glitzerpfeile hinzugefügt

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Aufkleber mit Stickles verziert

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Zahlen aufgeklebt und kurzerhand …




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… mit blauem Stift umrandet

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Fertig! Die Elemente schillern in unterschiedlichen Farben, je nach Lichteinfall.


olwtags201528 olwtags201536 olwtags201535 One Little Word & 12 Tags of 2015 olwtags201533 olwtags201532 olwtags201531 olwtags201541  olwtags201539 olwtags201538


Alles Liebe, Papa! Mojo Monday 380

MojoMonday380Mein Papa hatte gestern Geburtstag, da kam mir diese aktuelle Skizze von Mojo Monday gerade recht. Als kleinen Blickfang wählte ich eines meiner Vintage-Motive aus, einen kleinen Hosenscheißer :)
Eigentlich sitzt neben dem Kind noch ein Hündchen, doch das hat nicht so richtig hingepasst und wurde weggeschnippelt. Sorry, Wauwau. Die Buchseite stammt aus einem uralten Flohmarktschinken, der wenigstens als Bastelmaterial noch taugt. Voilà meine Karte, über Rückmeldungen freue ich mich 😉

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Je suis Charlie

JeSuisCharlieEs ist einfach nur traurig.

Dass es Menschen gibt, die ihren Glauben als Rechtfertigung benutzen, andere Menschen zu unterdrücken oder sie sogar zu töten.

Religion bedeutet, an etwas zu glauben. Natürlich gibt es in den diversen Religionen Schriften als Glaubensgrundlage, doch muss man sie wörtlich nehmen? Selbstverständlich nicht. Woher weiß ich denn, welche der diversen Übersetzungen die korrekte ist? Woher kann ich wissen, ob im Laufe der Jahrhunderte wichtige Teile weggelassen wurden, wer eigene Passagen hinzugedichtet oder verändert hat? Die wörtliche Auslegung jeglicher Schriften ist gefährlich, wenn damit der gesunde Menschenverstand außer Acht gelassen wird. Führt dies zudem zur Einschränkung der Freiheit anderer Menschen, ist Gewalt die Folge. Und Gewalt erzeugt weitere Gewalt. Damit meine ich nicht nur Waffengewalt, auch Unterdrückung, emotionale Verletzungen, psychischen Druck und alles, was manche Menschen dazu verwenden, ihre selbstempfundene Überlegenheit zu demonstrieren.

Wie schrieb Oliver Kalkofe so treffend in seinem grandiosen Kommentar zu den Terrorakten in Paris? „Warum wird der Glaube von allen Idioten für die Gewalt missbraucht?

Für mich ist Glaube eine Frage des Respekts vor dem Leben. Ja, vielleicht ist da eine höhere Macht (Gott? Allah? Das fliegende Spaghettimonster?). Wissen kann das keiner, nur glauben. Und wie respektlos ist es, eine friedliebende Glaubensgemeinschaft in seinen persönlichen Gewaltstrudel mit hinein zu ziehen?! Es ist anmaßend und pervers.

Die Grundpfeiler meines persönlichen Glaubens sind Liebe, Toleranz und Respekt. Plus eine gute Portion Humor. Ob es einen Gott gibt, werden wir alle erst dann mit Sicherheit wissen, wenn wir tot sind. Wenn es dumm läuft, sind wir dann halt einfach „weg“.
Oder wir sehen uns tatsächlich in irgendeiner Form des Jenseits wieder (kann ich mir gut vorstellen). Wäre es dann nicht viel angenehmer, auch dort auf Liebe, Toleranz und Respekt zu treffen? Und vielleicht einen Gott, der augenzwinkernd sagt: „Siehste, mich gibt es wirklich!“

Bis dahin gilt für mich einer von Kalkis Sätzen, den ich derzeit als mein privates Facebook-Cover eingerichtet habe:

facebook-charlieFonts Maduki, Hobgoblin und Mandolin von David Kerkhoff, www.hanodedfonts.com

Ja, der Terror ist verdammt traurig. Trotzdem oder gerade deswegen dürfen wir uns den Humor und unsere Meinungsfreiheit nicht nehmen lassen. Je suis Charlie.